Die ganze Krippe ist auf die Zahl drei, in der Symbolik eine heilige, eine göttliche Zahl, aufgebaut.
Es geht um den universalen, ganzen Menschen, der im Kosmos verwurzelt ist. In ihm wirken Pflanze, Tier und Geist.
Die Pflanze ist dargestellt durch Efeuranken, die durch ihr Immergrün die Ewigkeit, die ewige wirkende Weisheit versinnbildlichen.
Die Lilien bei Maria und Josef, weisen auf eine notwendige „Reinheit des Herzens“ hin. Direktes, offenes, unverfälschtes Erleben der Gegenwart, Konditionierungen überschreiten. Reinheit bedeutet auch Nonkonformismus. Gott, die allumfassende Wirklichkeit, der sich in allem Geschaffenen manifestiert, als Urgrund allen Seins zu erfassen und dementsprechend zu handeln.
Die Tierwelt ist vertreten durch Ochse, Esel und Schaf.
Der Geist, der menschliche Bereich ist nochmals dreigegliedert in Natur – die Hirten unten. In der Mitte der Mensch – Mutter ,Vater und Kind – die weibliche Seite , die männliche Seite und das verbindende Göttliche. Oben die drei Könige, die den Himmel, das geistige Reich vertreten. Ausgestattet durch ihre runden Goldkronen, ein Symbol für Vollkommenheit, Ganzheit.
Himmel, Erde und dazwischen der Mensch.
„ Wahrlich ich sage Euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Wir müssen wieder zu Kindern werden, um die Welt unentfremdet und schöpferisch zu erfassen. Aber gleichzeitig sind wir keine Kinder, sondern vollentwickelte Erwachsene. D.h. eine grundsätzliche Umwandlung durch Erneuerung unseres Denkens ist nötig.
„ Die Geburt ist nicht ein augenblicklicher Vorgang, sondern sie ist ein dauernder Vorgang. Das Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden und seine Tragödie, dass die meisten von uns sterben, bevor sie ganz geboren sind. Zu leben bedeutet, jede Minute geboren zu werden. Der Tod tritt ein, wenn die Geburt aufhört.“( Erich Fromm)

„Wenn du in deinem Herzen eine Krippe bereitest,
wird Gott wieder als Kind auf dieser Erde geboren werden.“

sagt Angelus Silesius und damit ist wunderbar meine ganze Arbeit beschrieben.

Andrea Freudenreich


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